ADHS - Komplikationen
Obwohl ADHS die häufigste psychiatrische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter darstellt, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass fast die Hälfte aller Patienten die Erkrankung und ihre möglichen Komplikationen mit ins Erwachsenenalter "trägt". Eine frühzeitige adäquate Behandlung ist erforderlich, um Folgeerkrankungen zu verhindern. Obwohl ADHS nicht ursächlich geheilt werden kann, stehen zahlreiche Maßnahmen und Medikamente zur Verfügung, um eine möglichst normale Entwicklung in allen Lebensbereichen zu gewährleisten.
Bleibt ADHS dagegen unbehandelt, ergeben sich in vielen Fällen weitreichende Folgen für die Patienten, das private Umfeld aber auch für unsere Gesellschaft, welche die volkswirtschaftlichen Kosten zu tragen hat.
Komplikationen von ADHS in der Schulzeit
Barkley kam bereits 1988 in seinem Handbuch Attention Deficit Hyperactivity Disorder zum Schluss, dass ADHS Patienten eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Absolvierung einer negativen Schulkarriere besitzen. Obwohl Intelligenz und Begabung in der Regel ausreichend sind, fehlen Ausdauer und Konzentration dem Unterricht adäquat folgen zu können. Zusätzliche Hyperaktivität, oppositionelles Verhalten und Stören im Unterricht sind weitere Garanten für schlechte Noten. Nicht wenige Patienten verlassen aus oben genannten Gründen vorzeitig die Schule, oder werden wegen ihres Verhaltens gar vom Unterricht verwiesen. Ohne adäquate Ausbildung gepaart mit ADHS typischen Verhaltensmustern, verringern sich die Chancen am Arbeitsmarkt beträchtlich.
Eine frühzeitige Diagnose und Therapie der Erkrankung kann diesen Kreislauf aus Versagen, Frustration und Angst effizient durchbrechen.
ADHS und soziale Entwicklung
Die besondere Wahrnehmung ihrer Umwelt, verbunden mit impulsiven oft aggressiven Verhaltensmustern machen ADHS Kinder schnell zu Außenseitern innerhalb ihrer Altersgruppe. Dauerhafte stabile Freundschaften können nur schwer geschlossen werden, und ständige Hänseleien stehen an der Tagesordnung.
Im Jugendlichen und Erwachsenenalter entwickeln sich bei diesen Patienten schon frühzeitig Depressionen und Angststörungen.