ADHS - Ritalin, Strattera und Co Seite 1
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Die Behandlung mit Medikamenten ist ohne jeden Zweifel ein zentraler Bestandteil der Therapie von ADHS. Seit ca. 1950 werden Stimulantien (Amphetamine) mit großem Erfolg in der Behandlung eingesetzt. Mehr als 70% aller Patienten zeigen nach Medikamenteneinnahme eine deutliche Besserung der ADHS typischen Symptome (Hyperaktivität, Impulsivität, Konzentrationsstörungen).
Die Sicherheit und Wirkung dieser Medikamente wurde in zahlreichen Studien eindrucksvoll bewiesen und damit gehören sie zu den am besten erforschten Substanzen bei Kindern.
Die Entscheidung über die Etablierung einer medikamentösen Therapie sollte stets durch den behandelnden Kinderarzt in Kooperation mit Psychologen, Eltern und Lehrern erfolgen. Durch den gezielten Einsatz von Stimulantien darf während der Wirkdauer ein deutlicher Rückgang der klinischen Symptomatik erwartet werden, wodurch die Kinder wieder am Unterricht oder therapeutischen Sitzungen teilnehmen können.
Bei sehr jungen Kindern wird man mit dem Einsatz von Medikamenten sehr vorsichtig agieren, und zunächst versuchen mit Psycho- und Verhaltenstherapie das Auslangen zu finden. Erst bei Versagen dieser Maßnahmen sollten Medikamente in Betracht gezogen werden.
Ritalin (Methylphenidat)
Methylphenidat ist in Österreich und Deutschland unter dem Namen Ritalin oder in seiner retardierten Form als Concerta auf dem Markt erhältlich und gilt als zentraler Eckstein der medikamentösen ADHS Therapie. Aus pharmakologischer Sicht handelt es sich dabei um eine dem Amphetamin ähnliche Substanz mit stimulierender Wirkung. In Deutschland und Österreich unterliegt Ritalin dem Betäubungsmittelgesetz und ist deswegen ähnlich wie Morphine nur mittels eigener Rezepte erhältlich.
Geschichtliches
Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Amphetamin von Lazar Edelnau erstmals synthetisiert und 1932 unter der Bezeichnung Benzedrin auf den Markt gebracht. Schon damals wusste man über die positiven Wirkungen des Amphetamins auf Stimmung, Verhalten und Konzentration Bescheid.
Ob dieser Eigenschaften wurde Amphetamin schon bald von der Drogenszene entdeckt, da das Medikament in entsprechend hohen Dosen eingenommen, zur Mobilisierung von Kraftreserven, Verringerung des Schlafbedürfnisses und einer enormen Steigerung des Selbstwertgefühls führt.
Im Jahre 1944 synthetisierte Leandro Panizzon erstmals das Methylphenidat, eine dem Amphetamin ähnliche Substanz. In zahlreichen Selbstversuchen durch seine Frau Rita zeigte sich der kraftsteigernde Effekt und wurde zu Ehren von Rita "Ritalin" genannt. Unter dem Druck der Pharmafirmen trat Ritalin in den 60er Jahren seinen Siegeszug an und verdrängte Amphetamin weitgehend vom Arzneimittelmarkt.