ADHS - Ritalin, Strattera und Co Seite 2
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Wirkungsweise
Amphetamin und Ritalin (Methylphenidat) sind dem Dopamin verwandte Strukturen, welche aufgrund des Fehlens einer OH Gruppe die Blut- Hirnschranke passieren können. Die genaue Wirkungsweise von Ritalin im Gehirn ist weitgehend unbekannt. Man vermutet jedoch, dass es die Wiederaufnahme von Dopamin im synaptischen Spalt hemmt, und dadurch die ADHS typische Reizüberflutung des Gehirns drosselt, und wichtige Kontrollfunktionen wieder besser wahrgenommen werden können.
Dosierung
Die exakte Dosierung des Medikaments sollte stets durch einen erfahrenen Kinderarzt oder Psychiater erfolgen, da unter Umständen große individuelle Unterschiede bezüglich der benötigten Dosis bestehen.
In der Titrationsphase wird die Dosierung von Ritalin langsam gesteigert und die optimale Dosis bezüglich Wirkung und Nebenwirkung ermittelt. Je nach Alter und individuellem Ansprechen liegt die Einzeldosierung meist zwischen 5 und 20mg, kann in schwierigen Fällen aber auch einmal 60mg erreichen.
Die Wirkung von Ritalin tritt nach 30min ein und hält 3-4 Stunden an. Gegen Ende der Wirkdauer kommt es zu einem verstärkten Wiederauftreten der Symptome (Rebound), was von den betroffenen Patienten als äußerst unangenehm empfunden wird.
Wegen der relativ kurzen Wirkdauer von Ritalin sind die Kinder mehrmals täglich auf die Einnahme des Medikaments angewiesen, was im schulischen Umfeld oft als stigmatisierend empfunden wird. ("Ich muss jetzt meine Tablette einnehmen, um nicht auszurasten")
Um dieser Patientengruppe zu helfen, wurde mit Concerta ein retardiertes Methylphenidat entwickelt, dessen Wirkung über acht und mehr Stunden anhält, wodurch die Medikamenteneinnahme während der Schulzeit entfällt.
Während man vor einigen Jahren noch dazu tendierte die Medikamente an schulfreien Tagen auszulassen, ist man heute von diesem Vorgehen weitgehend abgekommen, da oft gerade an diesen Tagen soziale Kompetenzen (Geburtstagsfeste .) eingeübt werden müssen.
Nebenwirkungen
Bezüglich der Nebenwirkungen des Ritalins gibt es eine nahezu unüberschaubare Flut von teilweise haarsträubenden Informationen. Es soll nun der Versuch unternommen werden, die wichtigsten und vor allem gesicherten Nebenwirkungen zu erläutern.