ADHS - Ritalin, Strattera und Co Seite 4
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Strattera (Atomoxetin)
Atomoxetin wurde im Jahre 2002 in den USA zur Behandlung des ADHS zugelassen und wird seit 2004 unter dem Firmennamen Strattera auch in Österreich und Deutschland vertrieben.
Strattera, eine dem Antidepressivum Fluoxetin eng verwandte Substanz, wurde ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt. Da der antidepressive Effekt des Medikaments relativ gering ist, wird Strattera nun zur Behandlung von ADHS eingesetzt. Der genaue Wirkmechanismus der Substanz ist noch wenig erforscht, jedoch scheint Strattera selektiv die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt zu hemmen.
Im Gegensatz zu Ritalin unterliegt Strattera nicht dem Betäubungsmittelgesetz.
Im Jahre 2005 wurde für Strattera ein Warnhinweis publiziert, da sich ein erhöhtes Risiko für aggressives Verhalten, Suizidalität oder Suizidhandlungen zeigte. Der Vertreiber Lily Deutschland schrieb bezüglich dieser Problematik im September 2005:
"Der verschreibende Arzt sollte den Patienten sorgfältig hinsichtlich des Auftretens oder der Verschlimmerung von suizidalen Verhaltensweisen unter Therapie mit Strattera überwachen. Patienten und Eltern sollten auf das Risiko und mögliche Anzeichen und Symptome hingewiesen werden. Die Daten weisen nicht darauf hin, dass Strattera bei Patienten abgesetzt werden sollte, die von der Behandlung profitiert haben und bei denen diese Nebenwirkungen nicht auftraten. Wenn bei einem Patienten suizidale Gedanken oder Verhaltensweisen auftreten, sollte überlegt werden, ob die Behandlung mit Strattera beendet wird."
Ein Blick in die Zukunft
ADHS ist ein finanziell bedeutender Markt für die Pharmaindustrie, so dass es nicht verwunderlich ist, das Pharmafirmen sich mit immer neuen Entwicklungen überschlagen.
Seit dem Jahre 2006 existiert in den USA ein neues Medikament namens Adderal, dessen Wirkungsweise weitgehend unbekannt ist, aber bereits in den ersten sechs Monaten nach Markteinführung einen Umsatz von über 400 Millionen Dollar erbrachte.
Weiters wurde ein Pflaster entwickelt, welches Ritalin über die Haut- über mehrere Stunden verteilt - abgibt.
Insgesamt sind in den kommenden Jahren wohl noch einige neue Medikamente zu erwarten, welche hoffentlich die positiven Wirkungen des Amphetamins besitzen, ohne dessen Nebenwirkungen aufzuweisen.